Konrad Beikircher sorgt in der ausverkauften Mehrzweckhalle Gey mit seiner "Rheinischen Neunten" für viele Lacher
Gey. Mit seinen wunderschönen Anekdötchen, die eigentlich nur im Rheinland passieren können, brachte Konrad Beikircher in der ausverkauften Mehrzweckhalle in Gey ein Stück wichtiger Kulturgeschichte auf die Bühne.
«Die rheinische Neunte» kommt dabei ganz ohne Orchester aus. Die Musik liegt in der Sprache. Mit seiner liebevollen Ironie, ausdrucksstarker Mimik und Gestik, seinem verschmitzten Blick auf das Leben überhaupt und seinem unnachahmlichen rheinischen Plauder-Singsang - mal schleppend, dann aber wieder sprudelnd - begeisterte Konrad Beikircher seine Fans im Saal.Mit dem Kabarettisten gelang der veranstaltenden Höhenart Hürtgenwald-Gey wieder einmal ein kultureller Glücksgriff. Es ging um die unbändige Feierlaune des Rheinländers, vor allem wenn man hoch offiziell eingeladen wird, also «ümme sünst». Da macht es auch nichts, wenn Kurfürst Clemens August auf der mittelalterlichen Ü30-Party in der Festung Ehrenbreitstein bei seinem letzten Tanz umkommt.Die VIPs des Mittelalters wurden laut Beikircher «am Stück» beigesetzt. «Jeder Bestatter war auch so etwas wie ein Fleischer», erzählt Beikircher. Natürlich ist der fleißige Archivar bekennender «rheinischer Katholik», also «normal in Glaubensfragen sehr versiert». Im Gegensatz zum Protestanten haben die wahren Katholiken einen unschätzbaren Vorteil, sagt Beikircher: «Wir haben für jedes erdenkliche Zipperlein einen Heiligen, der die Sache wieder ins Lot bringt.»Eine Gabe zeichnet den Rheinländer besonders aus, weiß der Kabarettist: das «Maggeln». Es ist quasi «chromosonal im Gen verankert». Zum Schluss nahm Konrad Beikircher sein Publikum mit auf eine «typisch rheinische Wallfahrt». Bei geringster körperlicher Anstrengung, abgesehen vom Kräfte zehrenden Konsum von so manchem «lecker Tässche Kaffee» und einer gehörigen Portion Weißwein, ging es per Schiff und Bus hinauf zum Drachenfels. «Die Neunte» war ein richtiges Vergnügen. Es ist einfach ein Genuss, Konrad Beikircher zuzuhören. (niko)